Weiterentwicklung der Betriebskatalyse
Entwicklungshypothesen · Stand 2025/2026 · Gebhard Borck
Die Betriebskatalyse (BK) ist eine seit 1998 von Gebhard Borck entwickelte Alternative zur klassischen Betriebswirtschaft. Ihr Kern: Organisationale Selbststeuerung durch möglichst viele, die im Sinne des Betriebs mitdenken – ohne Anweisungen, ohne Fernsteuerung, ohne statische Zielvorgaben.
Diese Seite dokumentiert drei aktive Weiterentwicklungsstränge sowie die Methodik, wie Hypothesen zur gesicherten Theorie reifen.
Die drei Weiterentwicklungen
① Losverfahren als Beteiligungsmodell →
Die BK setzt bisher auf Freiwilligkeit bei der Beteiligung. In der Praxis entsteht daraus eine neue Gestalter-Elite: immer dieselben Menschen gestalten mit, andere distanzieren sich. Das Losverfahren kombiniert Pflicht (geloste Mindestmenge aus dem Betroffenen-Pool) mit Freiwilligkeit (Einladung an alle weiteren Betroffenen) und schafft so strukturelle Gleichstellung und Nachwuchs für Betriebskatalysator:innen.
Referenz: Losdemokratie (Timo Rieg) · Stufe 1 – Hypothese
② Design of Experiment (DoE) als beschleunigendes Element →
DoE dreht die Kommunikationslogik der BK um: Statt Bewusstsein durch Beteiligung zu erzeugen, wird zuerst im Kleinen erprobt – und dann die Frage gestellt: „Warum skalieren wir das nicht?" Die Betroffenen kommen an einem anderen Punkt im Prozess, ausgestattet mit einer Wirkungserkenntnis statt mit Annahmen. Das soll Entscheidungs- und Entwicklungsprozesse beschleunigen.
Stufe 1 – Hypothese
③ VW7-Fragen zur Betroffenheitsklärung →
Bevor gelost oder entschieden wird, muss klar sein: Wer ist überhaupt betroffen? Die VW7-Fragen (Wer will was von wem – wofür, wie und warum?) liefern dafür einen präzisen, demokratisch erprobten Rahmen. Sie sind keine neue Theorie, sondern eine Detaillierung der bereits in der BK enthaltenen Idee: Entscheidungen mit den Betroffenen.
Quelle: Timo Rieg, machtlos.net · Stufe 1 – Hypothese (von Gebhard bestätigt)
Wie die drei Entwicklungen zusammenhängen
Die drei Elemente greifen ineinander: VW7 definiert den Lostopf. Das Losverfahren stellt faire und breite Beteiligung sicher. DoE liefert die Evidenz, auf deren Basis die Fragen 4–6 der VW7 (Wofür? Wie? Warum?) qualitativ besser beantwortet werden können. In der Praxis muss nicht zwingend mit VW7 gestartet werden – oft ist es sinnvoller, zuerst ein DoE zu starten und dann mit evidenzbasierter Grundlage in den VW7-Prozess einzusteigen.
Entwicklungsstand im Überblick
| Entwicklung | Reifegrad | Status |
|---|---|---|
| Losverfahren als Beteiligungsmodell | Stufe 1 – Hypothese | Noch nicht erprobt |
| DoE als beschleunigendes Element | Stufe 1 – Hypothese | Konzeptuell ausgearbeitet |
| VW7-Fragen zur Betroffenheitsklärung | Stufe 1 – Hypothese (bestätigt) | Von Gebhard als Standard-Einstieg bestätigt |
Wie Ideen von der Hypothese zur gesicherten Theorie reifen, beschreibt das Reifegrad-Modell →