Von der Hypothese zur gesicherten Theorie

Übergangs-Methodik · Reifegrad-Modell der BK-Weiterentwicklung

Wie wandert ein Gedanke von der Hypothese ins gesicherte Primärwerk der Betriebskatalyse? Diese Frage ist für die Integrität der BK-Theorie zentral: Nicht jede Idee, die sich plausibel anhört, ist schon Teil der Theorie. Und nicht jede Lücke, die sich zeigt, ist ein Fehler – manchmal ist es ein Weiterentwicklungsauftrag.

Das Reifegrad-Modell (4 Stufen)

Stufe 1 – Hypothese

Gedanke ist entstanden, klingt plausibel, wurde noch nicht erprobt. Heimat: BK-Weiterentwicklung (diese Seite).

Kennzeichnung: „In der Weiterentwicklung der BK wird diskutiert..."

Stufe 2 – Praxistest

Der Gedanke wurde in mindestens einem realen Kontext erprobt. Erste Beobachtungen liegen vor. Heimat: BK-Weiterentwicklung (ergänzt um Praxisbeobachtungen).

Kennzeichnung: „In der Praxis erprobt bei [Kontext], mit folgenden Beobachtungen..."

Stufe 3 – Bestätigung

Der Gedanke ist widerspruchsfrei mit dem bisherigen BK-Primärwerk. Oder: Ein Widerspruch wurde bewusst als Weiterentwicklung anerkannt und begründet. Heimat: BK-Weiterentwicklung (reif für Migration).

Kennzeichnung: Konsistenzprüfung mit Primärquellen dokumentiert

Stufe 4 – Kanonisiert

Der Gedanke ist Teil der gesicherten BK-Theorie. Heimat: BK-Primärwerk (Experten-Skill). Im Weiterentwicklungs-Skill wird er mit Verweis archiviert: „Dieser Gedanke ist jetzt Teil des Primärwerks."

→ Migrations-Auftrag durch Gebhard: „Das ist jetzt keine Hypothese mehr, das gehört zur Theorie."

Der Migrationsprozess

Wenn ein Gedanke Stufe 3 erreicht hat, wird geprüft:

  1. Passt er in eine bestehende Sektion des BK-Primärwerks?
  2. Braucht er eine neue Sektion?
  3. Verändert er bestehende Aussagen? → Widerspruch explizit benennen, Gebhard entscheiden lassen.

Wer löst die Migration aus?

Aktuell gilt: Gebhard sagt (sinngemäß) „Das ist jetzt keine Hypothese mehr, das gehört zur Theorie." Das ist der Migrationsauftrag.

Perspektivisch: Wenn der Kreis der Transformationskatalysatoren als Gruppe die BK-Theorie weiterentwickelt, kann der Trigger auch von dort kommen. Wie das genau aussieht, ist noch offen.

Aktueller Reifegrad der dokumentierten Entwicklungen

Entwicklung Stufe Nächster Schritt
Losverfahren als Beteiligungsmodell Stufe 1 – Hypothese Ersten Praxistest planen und dokumentieren
DoE als beschleunigendes Element Stufe 1 – Hypothese End-to-End-Experiment definieren und durchführen
VW7-Fragen zur Betroffenheitsklärung Stufe 1 – Hypothese (bestätigt) In laufenden BK-Prozessen als Standard-Einstieg erproben

Umgang mit Widersprüchen

Wenn ein Weiterentwicklungsgedanke mit dem bestehenden Primärwerk in Spannung steht, gilt:

  1. Widerspruch klar benennen: Was genau steht gegen was?
  2. Aus welcher Quellenschicht kommt jede Seite? (Primärquelle = Autorität)
  3. Konstruktiv einordnen: Handelt es sich um einen echten inhaltlichen Widerspruch, eine Formulierungsfrage oder eine offene Entwicklungsfrage?
  4. Wenn Weiterentwicklungspotential → explizit als solches kennzeichnen, nicht stillschweigend auflösen.
  5. Gebhard entscheiden lassen.
Qualitätsprinzip: Die BK-Theorie hat einen Autor und eine Autorität – Gebhard Borck. Alles, was nicht aus den Primärquellen stammt, ist als Ableitung oder Hypothese zu kennzeichnen. Diese Seite und alle Inhalte hier sind Stufe 1–3 und kein Primärwerk.